Sonntag, 4. Dezember 2016

Was und wie sammeln?

Max Lieberman Deutsche Bundespost
Berlin 1972 Mi 434
Wer mit dem Sammeln von Briefmarken beginnt, wird wohl zunächst alle Marken sammeln, die er bekommen kann. Sehr schnell wird daraus eine schier unüberschaubare Menge, die sortiert sein will und wenn möglich per Katalog eingeordnet und für sich selbst bewertet. Das zwingt darüber nachzudenken, was man eigentlich sammeln will. Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt.

Für Anfänger ist es sicher am einfachsten, mit den Briefmarken des eigenen Landes zu beginnen. Das  heißt für mich, dass ich alle Marken der DDR und BRD bis 1990 und dann die darauf folgenden Jahrgänge sammeln möchte. Dazu kommen die Jahrgänge 1945 bis 1949 der Besatzungszonen und nicht zu vergessen, die Briefmarken von Berlin West. Das sind alleine über 70 Jahre aus verschiedenen Postbereichen. Damit ist auch dieses Sammelgebiet so breit, dass man auch hier Grenzen setzen kann, vielleicht möchte oder auch muss!

Da mir Markensammlungen geschenkt wurden, kommen zu dem oben genannten Sammelgebiet noch zahlreiche alte Marken des Deutschen Reiches und zusätzlich noch mehr Marken aus dem Ausland, darunter einzelne von A wie Afganistan über B wie Belgien und so weiter bis Z wie Zentralafrika.

Da stellt sich schon die Frage: wie und was sammeln?

BMW 507 - Deutschland 2015   Mi 3147

Kampfläufer - Mi 153
Einige Sammler sammeln nach Motiven, also Marken zum Thema Seefahrt, Fliegerei, Tiermarken oder bedeutende Persönlichkeiten. Andere wollen die einzelnen Jahrgänge ihres Sammelgebietes komplett haben. Ich selbst wollte mich zunächst nur auf Tiermotive beschränken, stellte aber schnell fest, dass mich andere Marken mindestens genauso faszinieren. So achte ich inzwischen besonders auf Exemplare zum Thema "Tag der Briefmarke". Ansonsten sammel ich inzwischen nach Jahrgängen und sortiere meine Briefmarken dementsprechend.

Ich arbeite mit Steckalben, weil mir diese Art als platzsparender erscheint. Bei meinem ersten Besuch einer Briefmarkenbörse erwarb ich für wenig Geld ein Schaubeck-Album mit zahlreichen Marken der BRD. Es ist sehr übersichtlich, seine Marken in solchen Vordruckalben zu sammeln. Gleichzeitig gefällt mir der Platzbedarf dieses Monster-Albums nicht. Es ist so tief, dass es aus dem Regal herausragt und ist wesentlich dicker als die Steckalben. Untergebracht sind die Jahrgänge 1949 bis 1976. Wenn ich dieses Album mitnehmen soll zum Briefmarkentausch, macht schon das Gewicht keinen Spaß.

Daher musste ich schmunzeln, als ich sah, dass die Sammler zum Tausch im Verein mit einem Koffer auf Rollen erschienen. Briefmarken sind ja nur ein winziges Stück Papier und können den Sammler dennoch ganz schön ins Schwitzen bringen.

Noch mehr Platz wird nötig, wenn man Ganzsachen oder Marken im Bögen sammelt. Viele Sammlerstücke werden erst durch die Stempel interessant. Da bleibt die Marke auf dem Brief oder der Postkarte kleben, um den Weg dieser zu verfolgen. Das ist interessant, aber eben platzmäßig auch aufwendiger als im einfachen Steckalbum.


Zwergseeschwalbe Mi 1540
Ringelgans Mi 1541

Seeadler Mi 1542












Am Ende wird jeder Sammler für sich selbst herausfinden, woran er am meisten Freude hat. Heute sammeln viele Briefmarkenfreunde nicht einfach die einzelne Marke, sondern wollen Eck- oder Randstücke aus Bögen haben oder sogenannte Rollenmarken mit Nummer auf der Rückseite. Die Spezialgebiete sind so verschieden, dass die Möglichkeiten des Was und Wie wirklich unbegrenzt sind.

Ach ja, und dann kommt oft noch die Frage, ob man umgestempelt oder gestempelt sammelt. Noch geht das bei mir durcheinander. Einige Jahrgänge habe ich in beiden Varianten. Wie man es macht, ist eine persönliche Entscheidung. Nur eines ist unüblich: man stellt ganze Sätze immer entweder gestempelt oder umgestempelt zusammen. Ein Mix aus beiden in einem Satz habe ich tatsächlich noch nicht gesehen. Ich finde die umgestempelten Briefmarken oft schöner. Dafür sagt ein gut erkennbarer Stempel etwas über die Marke aus. Im Katalog sind die umgestempelten oft die wertvolleren Marken. Es kann aber auch umgekehrt sein. Und nicht zuletzt sind Marken mit Ersttagsstempel zu nennen. Sie sind laut Michel die, die den höchsten Preis erzielen (oder eben kosten).

"Tag der Briefmarke" Deutsche Bundespost 1994
 Zu den Marken:
  • 125. Geburtstag von Max Lieberman (1847 bis 1935), Maler und Grafiker - Berlin (West) 1972
  • BMW 507 doppelt mit 2 Randstücken, Serie "Klassische deutsche Automobile" 2015
  • Vogelmotive: Tierschutz: Bedrohte Seevögel 1991
  • portugiesische Marke
  • "Tag der Briefmarke" Deutsche Bundespost 1994 - Mi 1764

Samstag, 3. Dezember 2016

Erste Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland 1949

Momentan besitze ich eine der zwei ersten Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 1949. Es ist der bläulichgrüne Zehn-Pfennig-Wert "Erster Bundestag 1949".
Die beiden Marken erschienen am 7. September 1949. Mein Exemplar wurde am 24. Oktober 1949 in München abgestempelt.

Michel-Nummer 111
Laut Michel wird der postfrischen Marke ein Wert von 50 Euro, der gestempelten Marke ein Wert von 20 Euro bescheinigt. In Sammlerkreisen weichen die tatsächlich erzielten Preise für Briefmarken oft erheblich von den Michel-Angaben ab, sowohl nach oben als auch nach unten. Das hängt sehr vom Zustand der Marke ab. In der Regel sind die Michelpreise im Katalog zu hoch angegeben. Als Wertanlage lohnt sich das Sammeln von Briefmarken wohl immer weniger. Leider! Als Hobby ist es allemal lohnenswert, denn jede Marke erzählt ihre Geschichte.